IDM 2025 in Berlin beim BYC

J/70 Internationale Deutsche Meisterschaft 2025 auf dem Wannsee
Am vergangenen Wochenende endete die Internationale Deutsche Meisterschaft der J/70-Klasse auf dem Wannsee beim Berliner Yacht-Club. Drei Tage lang segelten 42 Teams aus dem In- und Ausland um den begehrten Titel.
Die Siegerehrung fand am Samstag im festlichen Rahmen des traditionellen Senatspreises statt.
Unter der souveränen Leitung von Wettfahrtleiter Dr. Matthias Grothues-Spork und seinem engagierten Team konnten alle elf Wettfahrten planmäßig und sportlich fair durchgeführt werden. Das Organisationsteam des Berliner Yacht-Clubs und rund 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf auf dem Wasser und an Land.
Bereits am Donnerstag zeigte sich der Wannsee von seiner besten Seite. Bei mittleren Winden um 9 Knoten konnten gleich fünf Wettfahrten gesegelt werden.
Das schwedische Team um Magnus Ullman kam mit den Bedingungen am besten zurecht und setzte sich mit den Platzierungen 7, 11, 2, 4 und 14(Streicher)
an die Spitze des Feldes. Bestes deutsches Team war zu diesem Zeitpunkt die Crew um Lokalmatador Philipp Bruhns (BYC),
die mit einer konstanten Serie von 5, 6, 12 (Streicher), 7 und 7 auf Rang zwei lag.
Am Freitag frischte der Wind auf etwa 13 Knoten auf, begleitet von leichtem Nieselregen. Trotz des grauen Himmels sorgten die Bedingungen
für spannende und taktisch anspruchsvolle Wettfahrten. Ullman konnte seinen Vorsprung zunächst ausbauen. Dahinter entbrannte ein enger
Kampf zwischen den deutschen Top-Teams. Besonders stark präsentierte sich das Team um Till Krüger (MSC), das mit den Plätzen 2, 12, 1 und 1
eine beeindruckende Aufholjagd startete, nachdem der erste Tag noch durchwachsen verlaufen war mit den Platzierungen 19, 3, 28, 2 und 16.
Der Finaltag am Samstag versprach Hochspannung. Zwei letzte Wettfahrten sollten über die Podiumsplätze entscheiden. Bei mittlerem Wind und
bestem Segelwetter zeigte der Wannsee noch einmal, warum er zu den schönsten Regattarevieren Deutschlands zählt. Das Team um Till Krüger gewann
beide Rennen und brachte damit noch einmal Bewegung in die Spitzengruppe. Die bis dahin führenden Schweden um Ullman fielen mit den Plätzen 20 und 18 zurück,
während das Berliner Team um Philipp Bruhns mit einer starken Schlussleistung (2, 4) den Titelgewinn perfekt machte.
Endergebnis der Internationalen Deutschen Meisterschaft J/70 – 2025:
1.Philipp Bruhns (BYC) – 55 Punkte
2.Till Krüger (MSC) – 58 Punkte
3.Mats Schönebeck (NRV) – 58 Punkte
4.Magnus Ullman (SWE) – 65 Punkte
5.Erik Witzmann (SV 03) – 92 Punkte
6.Till Pomarius (SVAOe) – 99 Punkte
Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmenden!
Ein großer Dank gilt den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, dem gesamten Organisationsteam des Berliner Yacht-Clubs sowie dem
Land Berlin für die Unterstützung dieser erfolgreichen internationalen Meisterschaft. Durch das große Engagement vieler Beteiligter konnte eine
sportlich hochklassige und organisatorisch reibungslose Regatta durchgeführt werden, die den Segelstandort Berlin eindrucksvoll präsentiert hat.
Viele Grüße vom Wannsee
Alexander Eilhardt
-Regatta-
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J/70 Corinthian European Championship 2025

Die J/70 EM Cascais – Portugal: zu viel Wind, Flaute, Starkregen, Sonnenschein, hartes Segeln, Layday an Land und eine sehr schöne Altstadt – Gegensätze vom 1. April bis 6.April bei der Corinthian European Championship der J/70 Klassenvereinigung in Cascais.

Am Anfang aber stand erst einmal 2292 Km Fahrt mit J/70 aus dem Ruhrgebiet nach Cascais in der Nähe von Lissabon – zur Erinnerung, um die Ecke ist Cabo da Roca, der westlichste Punkt Europas. Danach kommt für 3300 sm nur noch Wasser. Glücklicherweise schaffte unser oranges Wohnmobil mit der J/70 im Schlepp die Strecke ohne besonderen Zwischenfälle. Mit Steuermann – ja, er hat die 2292km am Stück gesteuert – Stefan Meier, Simon Klusch, Tienes Englert und Adrian Weichsel war eine junge, aber schon sehr gut eingespielte Crew am Start.

Der Clube Naval de Cascais liegt am Fuße des alten Forts von Cascais direkt in der Marina. In dieser Traum-Lage lieferte der Club eine nahezu perfekte Betreuung ab. Über drei Tage haben dann 54 Crews ihre J/70 vermessen und ins Wasser gebracht, dabei auch sieben US Crews, vier Brasilianische Crews, zwei aus China und sogar eine aus Australien. Nach Practice-Race, Eröffnungszeremonie und Bier am Pier am Mittwochabend war der 1.Tag schon sehr anspruchsvoll. Auffallend war die große Leistungsdichte, die sich im wahrsten Sinne des Wortes in einem dicht gedrängten Feld an der Luvtonne manifestierte, dies bei zwei Meter Welle war klar nichts für schwache Nerven – und schwache Mägen. Nach diesem ersten Tag schauten alle etwas nervös auf den Freitag, hatte sich doch ein substantielles Tiefdruckgebiet über dem Atlantik gebildet. Das zog wie angekündigt Nachts mit Sturmstärke +60kn durch und lieferte am nächsten Tag über 5m Welle schräg zum Wind. Das sah nach Kleinholz aus. Das sah das Race-Committee dann nach eingängiger Betrachtung der Lage ähnlich. Der Tage wurde zum Layday – dann in der zweiten Tageshälfte bei strahlendem Sonnenschein und einem frühen Bier am Club. Dementsprechend musste dann auch für Samstag und Sonntag etwas Druck gemacht werden, um insgesamt mindestens acht Rennen durchzubekommen. Bei moderateren Bedingungen von zwei Meter Welle und meist 15-22kn Wind fanden die weiteren Rennen statt. Wie dicht die Felder waren, zeigt eine Anekdote unseres Teams – kurz vor der Luvtonne musste unser Team einem irrgeleiteten Wettbewerber auf Stb-Bug ausweichen – was zu einer Kettenreaktion von 12 wegdrehenden Booten kurz vor der Tonne führte, meist mit weniger als einer Armlänge Abstand. Am Ende belegte das Team den vierte Platz in der „Young Crew“ Wertung und war mit ihrer Leistung sehr zufrieden. Es ist nichts Wesentliches kaputtgegangen und alle sind heil auf dem Rückweg. In Summe war das ein riesen Erlebnis, internationales Segeln auf höchsten Niveau und definitiv eine wichtige Erfahrung für unser Team. Nächstes Jahr soll wohl die J/70 WM in Cascais stattfinden – habe ich gehört – die 2292 Km Strecke kennen wir ja jetzt.

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